Eine Kölner Patrizierfamilie. Freiherren seit 1741.
I — XIV
Vierzehn dokumentierte Generationen. Von Michael Hermantz, Ratsherr zu Köln, bis in die Gegenwart.
Sechs Ölgemälde
Sechs Ölportraits aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert befinden sich in Privatbesitz. Die Zuschreibung an bestimmte Vorfahren ist Gegenstand laufender Forschung.
Portraits I und II identifiziert durch Pellmann, Die Familie Hertmanni, 1928 — Photographien S. 71/74. Portrait III (Baron mit Kollenburg im Hintergrund) in Familienbesitz bis c.1995. Portraits IV–VI in Bangkok, Zuschreibung ausstehend.
Heraldik
In Rot ein schreitender Hirsch in Silber, begleitet von drei blauen Sternen, zwei oben, einer unten.
Helm: ein wachsender roter Hirsch zwischen offenem Flug — rechts silbern, links blau.
Decken: Rot und Silber.
Sieben stehende Gebäude
Kollaterales Netzwerk
Dr. Johann Michael Hertmanni (Gen. III) war kein isolierter Kölner Jurist — er war Treuhänder, Notar und Vertrauensmann des führenden katholischen Rheinlandadels. Zwei Archivfunde aus dem Jahr 2026 belegen sein Handeln im Zentrum eines Netzwerks, das sich von der Ahr bis zum Niederrhein erstreckte.
Am 26. August 1655 hinterlegte Dr. Hertmanni vor dem Kölner Notar Johann Jakob Latomus einen Geldbetrag im Auftrag der Familie von Velbrück zu Garath. Vierzehn Jahre lang verwaltete er dieses Treuhandvermögen — bis er am 19. November 1669 vom Offizialis zu Köln die Ermächtigung zur Auszahlung erhielt.
Die Empfänger: Sophie Magdalena von Velbrück (Stiftsfräulein, St. Marien im Kapitol, Köln), Anna Isabella von Velbrück (Pröpstin, Rellinghausen), Maria Witwe von Hatzfeldt geb. von Velbrück — und ihr Sohn Adolf Alexander Freiherr von Hatzfeldt, der am 25. Januar 1670 quittierte. Das Original wird im Fürstlichen Hatzfeldt-Wildenburg'schen Archiv auf Schloss Schönstein (Sieg) verwahrt.
Ein Eintrag von 1678 im Dyck-Archiv (Vereinigte Adelsarchive im Rheinland) nennt das »Merkensgut zu Gruissen« in Verbindung mit der »Witwe Hertmanni« — fast sicher Anna Blankenberg, Witwe des Dr. Hertmanni nach dessen Tod ca. 1671–1678.
Gruissen (heute Grissen, Gemeinde Rees, Kreis Kleve) liegt am Niederrhein nahe der niederländischen Grenze — ein bisher völlig unbekanntes Hertmanni-Gut. Sein Vorhandensein zeigt, dass die Familie Grundbesitz weit über Köln, Brühl und die Kasbach hinaus besaß.
Historischer Kontext
Die Familie von Hertmanni stieg auf in einer Stadt mit zwei Gesichtern — und fiel mit dem Ende des Systems, das sie hervorgebracht hatte.
Köln war gleichzeitig Freie Reichsstadt und Zentrum eines der mächtigsten Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches. Der Erzbischof-Kurfürst von Köln — ab 1583 fast durchgehend ein Wittelsbacher — residierte seit 1597 in Bonn und im Schloss Augustusburg in Brühl: genau dem Ort, an dem die Hertmanni als kurfürstliche Amtsverwalter ihre Karrieren aufbauten.
Das Stapelrecht von 1259 hatte Köln über Jahrhunderte zum wichtigsten Umschlagplatz des Rheinhandels gemacht. Doch im 18. Jahrhundert stagnierte die Stadt bei ca. 40.000 Einwohnern — während Amsterdam, Wien und Paris sie längst überflügelt hatten.
Der Verbundbrief von 1396 — Kölns erste geschriebene Verfassung — verteilte die Macht auf 22 Gaffeln und blieb bis zu seiner Abschaffung durch die Franzosen am 26. Mai 1796 in Kraft.
In Arbeit · Erscheinung 2028/2029
Von Hertmanni — Vierzehn Generationen
Von einem Kölner Ratsherrn 1613 bis Bangkok 2026 — vierzehn Generationen, siebzehn Archive, eine offene Frage. Wer war der amerikanische Soldat namens Lenny, der 1946 in Wien eine Tochter hinterließ?
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Forschungskontakt
Wenn Sie Dokumente, Photographs, Kirchenbucheinträge oder genealogische Informationen zu den Familien von Hertmanni, Byll, von Siegenhoven, Obergethmann, von Graß, von Oidtmann, de Merode, von Palant, von Hatzfeldt, von Velbrück oder verwandten Linien besitzen — bitte melden Sie sich.
Laufende Forschungsschwerpunkte: Bestand 1049 im Historischen Archiv Köln (Sommer 2026); Schönstein Urkunden Nr. 2715 (Landesarchiv NRW Westfalen); Dyck02 Nr. 216 (Vereinigte Adelsarchive im Rheinland, Brauweiler); Pellmann-Digitalisierung (ULB Düsseldorf). Forschungsreise nach Köln, Willich, Rommerskirchen und Sprockhövel: Juni/Juli 2026.
Florian Baptist Gypser — direkter Nachfahre der Familie von Hertmanni in der 14. Generation — lebt seit 2004 in Bangkok, wo er mehrere Unternehmen führt, darunter ein Lederwarenhaus im Chinatown-Viertel Songwat.
Seine Großmutter Ingeborg Obergethmann (Wien, 17. September 1927 — Bangkok, 27. Dezember 2021) liebte Thailand so wie er. Sie verbrachte ihre letzten Jahre in Bangkok und starb dort — in derselben Stadt, von der aus die Familienforschung heute betrieben wird.
Der Kreis schließt sich: von einem Kölner Ratsherrn 1613 bis Bangkok 2026. Vierzehn Generationen, ein Buch.
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