Speyer 1543. Köln 1580. Freiherren seit 1741.
0 — XIV
Vierzehn dokumentierte Generationen. Von Endriß Herman in Speyer bis in die Gegenwart.
Heraldik
Wappen von Wilhelm Joseph von Hertmanni · 1715
In Rot ein schreitender Hirsch in Silber, begleitet von drei blauen Sternen.
Helm: wachsender roter Hirsch zwischen offenem Flug.
Decken: Rot und Silber. Motto: IN TE DOMINE CONFIDO.
Zwölf Ölgemälde
Zwölf Ölportraits aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert befinden sich in Privatbesitz — sechs in Bangkok, mindestens sechs weitere bei der italienischen Linie (Rosina) in Italien. Zwei durch Pellmann (1928) identifiziert; die übrigen noch unbestimmt.
Portraits I und II: Pellmann, 1928, S. 71/74. Portrait III (Baron mit Kollenburg) in Familienbesitz bis c.1995. IV–VI in Bangkok. VII–XII bei der italienischen Linie (Nachkommen von Gertraud Obergethmann ⚭ Danilo Rosina) in Italien — mindestens sechs Gemälde, Zuordnung noch offen.
Acht stehende Gebäude
Primärquellen
Kollaterales Netzwerk
Dr. Johann Michael Hertmanni war kein isolierter Kölner Jurist — er war Treuhänder, Notar und Vertrauensmann des führenden katholischen Rheinlandadels. Zugleich führte die Blanckenberg-Familie, in die er einheiratete, zu den höchsten Kreisen der katholischen Gelehrtenwelt.
Als Dr. Hertmanni 1646 Anna Blanckenberg heiratete, heiratete er in eine der bemerkenswertesten Familien des katholischen Köln ein. Ihr Bruder Johannes Blanckenberg war gleichzeitig Abt der Zisterzienser in Altenberg, Rektor der Universität Köln und persönlicher Freund des päpstlichen Nuntius Fabio Chigi — der 1655 Papst Alexander VII. wurde. Johannes und sein Bruder Caspar waren Trauzeugen bei der Hochzeit. Die Familie war aus Holland eingewandert.
Quelle: Buhlmann, Die Hofräte Fabri/Fabry in Kurköln, S. 145–146. Primärquelle
Dr. Hertmanni hinterlegte 1655 einen Geldbetrag als Treuhänder für die Familie von Velbrück zu Garath. Vierzehn Jahre lang verwaltete er dieses Vermögen, bis er 1669 die Auszahlung an die Erben — darunter Adolf Alexander Freiherr von Hatzfeldt — vollzog. Das Original liegt im Fürstlichen Archiv auf Schloss Schönstein.
Historischer Kontext
Die Familie von Hertmanni stieg auf in einer Stadt mit zwei Gesichtern — und fiel mit dem Ende des Systems, das sie hervorgebracht hatte.
Köln war gleichzeitig Freie Reichsstadt und Zentrum eines der mächtigsten Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches. Der Erzbischof-Kurfürst — ab 1583 fast durchgehend ein Wittelsbacher — residierte in Bonn und in Brühl: genau dem Ort, an dem die Hertmanni als Amtsverwalter ihre Karrieren aufbauten.
Die beiden entscheidenden Dokumente der Familie wurden von Wittelsbacher Brüdern unterzeichnet: Clemens August (Truchseß 1726) und Karl Albrecht (Freiherrenstand 1741). Karl Albrecht wurde kurz darauf Kaiser Karl VII.
Johann Andreas Hertmanni, Amtsverwalter Brühl, verweigerte den Eid im Dezember 1797 und verlor sein Amt. Köln fiel an Frankreich am 6. Oktober 1794. Der letzte Brühler Zweig erlosch 1832.
Forschungskontakt
Wenn Sie Dokumente, Photographs oder genealogische Informationen zu den Familien von Hertmanni, de Cassal, de Piret, Byll, von Siegenhoven, Obergethmann, Blanckenberg, von Graß, von Oidtmann, Fabri, de Merode oder verwandten Linien besitzen — bitte melden Sie sich.
Laufende Schwerpunkte (Sommer 2026): HAK Köln (KB St. Kunibert, Generalvikariatsprotokolle S. 350/351); Château de Grand-Han / Le Fort-Manuskripte; Archives de l'État à Liège (Grand-Han Register 1755–1785); Landesarchiv NRW Düsseldorf (Blanckart Alsdorf 1680–1720). Forschungsreise: September 2026.